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Auswirkungen für den Arbeitnehmer

 

In erster Linie wirkt sich die Angst natürlich beim Arbeitnehmer selbst aus. Dabei reicht das Spektrum der Folgen von kurzfristig bis langfristig und von schwach bis stark ausgeprägt. An dieser Stelle sollen drei Punkte, in denen sich Angst besonders auswirkt, genauer beleuchtet werden.

Psychische Auswirkungen
Physische Auswirkungen
Auswirkungen auf die Umwelt

 

Psychische Auswirkungen

Angst ist Ursache und Wirkung kognitiv-emotionaler Prozesse und daher erscheint es sinnvoll, in der Analyse ihrer Auswirkungen ebenfalls in der Psyche zu beginnen. Dabei sollen all die Themen zum Bereich der Psyche gehören, die sich auf Einstellung und Verhalten auswirken. Auch soll geklärt werden, in welcher Form sich Verhalten durch Angst ändert.

Im weiteren Verlauf werden folgende Themen besprochen:

  • Angststörungen
  • Burnout-Syndrom
  • Absinkende Motivation
  • Innere Kündigung
  • Auswirkungen auf das Verhalten

Angststörungen

Langfristig anhaltende Ängste können zu Angststörungen führen. Diese sind keine Seltenheit und können jeden auch körperlich gesunden Menschen treffen. Die Lebensqualität kann von einer solchen Störung so stark beeinträchtigt werden, dass die Betroffenen befristet oder dauerhaft krankgeschrieben werden. Eine Angststörung kann mit nächtlichen Alpträumen beginnen und in Depressionen enden.

Die vier wichtigsten Formen einer Angststörung sind die generalisierte Angststörung, Panikstörungen, Phobien und Zwangsstörungen.

Für den Beruf von besonderem Interesse ist dabei die generalisierte Angststörung. Sie soll deswegen als Beispiel auszugsweise definiert werden. "Die generalisierte Angststörung führt zu einer Beeinträchtigung der Lebenstüchtigkeit, weil die Person ihre Besorgnis nicht kontrollieren oder beiseite schieben kann. Weil sie die Aufmerksamkeit der Angst und ihren möglichen Ursachen widmet, kann sie sich nicht in genügendem Maße ihren beruflichen oder sozialen Verpflichtungen zuwenden. Das Problem wird durch die körperlichen Symptome, die mit der Angst verbunden sind, noch verstärkt." (1)

Burnout-Syndrom

Der Begriff "Burnout" wurde vor rund 20 Jahren von dem amerikanischen Psychoanalytiker Freudenberger geprägt. Er hatte dieses Phänomen bei besonders engagierten, hochmotivierten, aufopferungsvollen und pflichtbewussten Mitarbeitern alternativer Drogeneinrichtungen entdeckt. Inzwischen wird Burnout nicht nur bei den so genannten "helfenden Berufen", sondern auch im Dienstleistungssektor und im produzierenden Gewerbe beobachtet.

Burnout entwickelt sich aufgrund lang anhaltender Überforderung der eigenen Kräfte und ist ein Zustand der emotionalen Erschöpfung. Burnout steht in einem engen Zusammenhang mit dem Phänomen Stress. Indirekt kann es auch eine Folge von Angst sein, da Angst wiederum Stress erzeugen kann. Das Burnout-Syndrom entwickelt sich oft über Jahre und wirkt sich auf Arbeit und Privatleben aus. Es erfolgt eine Depersonalisation, was bedeutet, dass Menschen mit denen der Betroffene im beruflichen Kontakt steht, unbedeutend werden. Sie werden von ihm als Objekt betrachtet.

Die Verlaufsform vom Burnout-Syndrom gliedert sich in vier Phasen: (2)

1. Phase: Warnsignale - Erste Erschöpfungsmerkmale und Unzufriedenheit
2. Phase: Wachsende Selbstzweifel - Der Arbeitseifer nimmt ab
3. Phase: Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen
4. Phase: Depression und Verzweiflung - Selbstmordgedanken

Da jeder Mensch individuell reagiert, durchleben nicht alle Burnout-Betroffene sämtliche Phasen. Mancher bleibt über Jahre in einer Phase und wieder andere schaffen es dem ständigen Kreislauf zu entkommen. Bei Burnout handelt es sich tatsächlich um einen Teufelskreis, denn dieses Syndrom entsteht erst nach jahrelangen Höchstleistungen in deren Folge sich erste Erschöpfungsmerkmale zeigen, die dann wiederum mit noch größeren Anstrengung ausgeglichen werden sollen.

Absinkende Motivation

Wichtige Voraussetzungen für gute Leistungen im Betrieb sind fachliches Können und das Vorhandensein von Handlungsgelegenheiten. Für sich genommen ist dies aber dennoch nicht ausreichend, um zu einem guten Ergebnis zu gelangen. Erfolgreiches Handeln setzt ebenso voraus, dass die Person auch bereit ist, seine Fähigkeiten situationsadäquat einzusetzen. Die Prozesse, die dieser Bereitschaft zugrunde liegen, werden unter dem Begriff der Motivation gefasst.

Im arbeits- und organisationspsychologischen Kontext geht es bei Motivation in erster Linie um die Frage, unter welchen Bedingungen sich der Mitarbeiter für die Erreichung der Organisationsziele einsetzt und sich gleichzeitig an seinem Arbeitsplatz wohl fühlt.

Durch die Erforschung dieser Frage, entwickelten sich eine Reihe verschiedener Motivationstheorien. Es würde allerdings den Umfang dieser Arbeit sprengen, alle Theorien darzulegen. Die Bedürfnispyramide nach Maslow ist ebenfalls eine Motivationstheorie. In ihr wurde verdeutlicht, was Menschen zur Arbeit antreibt.

Wie wirkt sich nun aber Angst auf Motivation aus? Kurzfristig ist es durchaus möglich, dass Angst die Arbeitsbereitschaft erhöht, also selbst zur Motivation wird. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine Person fürchtet, bei einem Arbeitsauftrag nicht die gewünschte Leistung zu erbringen und Angst vor einer Blamage entwickelt. Wegen dieser Befürchtung bereitet sie sich besonders gründlich vor. Das Beispiel zeigt die klassische Auswirkung von Publikumsangst, bei der sich die betroffene Person sehr ausführlich auf eine Präsentation vorbereitet um sich nicht durch ein Versagen lächerlich zu machen.

Langfristig schadet zuviel Angst jedoch eher der Leistungsmotivation, denn optimale Arbeitsergebnisse setzen ein "normales" Maß an Angst voraus.

Als gutes Beispiel für eine solche Situation kann u. U. Mobbing gelten:

Am eigenen Arbeitsplatz nicht akzeptiert zu werden und dabei permanenten Mobbinghandlungen ausgesetzt zu sein und dabei die Situation aus eigenen Kräften kaum verändern zu können, laugt den Betroffenen emotional aus. Er ist dann nicht fähig, seine ganze Energie seiner Arbeit zu widmen. Stattdessen werden seine Gedanken um das Problem kreisen und die vielleicht verzweifelte Suche nach einer Lösung wird Angstgefühle auslösen.

Innere Kündigung

Die "innere Kündigung" ist der psychische Rückzug als Reaktion auf belastende Situationen, der mit einem abnehmenden Engagement und Leistungsverweigerung im Zusammenhang steht.

Das Potsdamer Beratungsunternehmen Gallup GmbH gab am 10. September 2002 seine Ergebnisse einer Studie bekannt. In dieser ging es darum, wie engagiert Deutschlands Arbeitnehmer sind. Resultat daraus war, dass 85 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber verspüren und nur noch "Dienst nach Vorschrift" ausüben. Davon sind 16 Prozent von ihnen "aktiv unengagiert", was bedeutet, dass verstimmte Mitarbeiter ihre Einstellung bezüglich des eigenen Unternehmens auf eine aggressive Weise äußern.

Die wichtigste Ursache für diese Entwicklung liegt im schlechten Management. Arbeitnehmer geben unter anderem. an, dass sie nicht wissen, was von ihnen erwartet wird, dass ihre Vorgesetzten sich nicht für sie als Menschen interessieren, dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht liegt und dass ihre Meinungen und Ansichten kaum Gewicht haben.

All diese von den Mitarbeitern genannten Punkte stehen im engen Verhältnis mit dem Gefühl der Verunsicherung. Eigentlich könnte angenommen werden, dass außerordentlich unzufriedene Angestellte ihre Arbeit kündigen. Das ist aus den verschiedensten Gründen, insbesondere der schlechten Arbeitsmarktlage, jedoch meist nicht möglich und so kündigen sie ausschließlich den psychologischen Vertrag mit dem Unternehmen.

Auswirkungen auf das Verhalten

Für gewöhnlich wird unter Verhalten jede physische Aktivität eines lebenden Organismus verstanden. Dennoch wird es hier bei den psychischen Auswirkungen aufgenommen. Der Grund dafür ist, dass die Person unter Einwirkung von Angst, ihr Verhalten teilweise sogar bewusst verändert um die Bedrohung zu minimieren. Dieser Prozess vollzieht sich auf der kognitiven Ebene.

Wirkt Angst auf Menschen ein, so reagieren sie auf verschiedenste Weise. Einerseits ist die Art der Reaktion charakteristisch für die Person, denn sie ist im Grunde bereits Bestandteil ihres Wesens. Andererseits kann sich durch den Ausnahmezustand Angst auch das normalerweise gezeigte Verhalten ändern.

Bei drohender Gefahr nutzt der Mensch primär zwei Handlungsmöglichkeiten. Beide sind auch in der Natur zu finden.

Die erste Möglichkeit ist der Angriff. Ganz nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" reagieren viele Arbeitnehmer auf etwas, das ihnen Angst macht. Der Angriff soll die Bedrohung vertreiben. Um dies zu erreichen zeigen sich auch Leute, die ansonsten ruhig und freundlich sind, oft aggressiv und arrogant.

Flucht ist die zweite Möglichkeit. Menschen die vor einer Bedrohung fliehen wollen, verhalten sich sehr ruhig und wollen möglichst keine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Sie ziehen sich in sich zurück und schotten sich von ihrer Umwelt ab. Im Betrieb ist es aber nicht immer möglich einen räumlichen Abstand zwischen sich und die Gefahr zu bringen und so greifen Betroffene dann zu alternativen Fluchtwegen. Dazu gehören unter anderem der Griff zu Suchtmitteln, die Flucht in die Krankheit und in die Kündigung.

Es ist gleichgültig welches Angstabwehrverhalten die Betroffenen zeigen: Im Grunde vermögen diese höchstens kurzfristig die Symptome des Problems zu mildern. Die eigentliche Ursache des Problems bleibt weiter bestehen. Dazu kommen in der Regel meist neue Problematiken auf sie zu, denn die oben genannten "Strategien" der Arbeitnehmer ziehen beinah zwangsläufig neue, schwierige Konsequenzen nach sich.

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Physische Auswirkungen

Jede Emotion verursacht eine körperliche Reaktion. So fangen bereits bei einer leichten Nervosität die Hände an zu schwitzen. Die physischen Auswirkungen von Angst ähneln sehr stark denen des Phänomens Stress. Natürlich ist nicht jede Angst gleich krankhaft. Normale Alltagsängste besitzen sogar eine motivierende Komponente, sie fördern Offenheit, Nachdenklichkeit und Problembewusstsein. So sind sie also Bestandteil des Problemlösungsprozesses.

Gesundheitsschädlich ist Angst erst, wenn sie aus eigener Kraft nicht bewältigt werden kann, sich deutlich behindernd auswirkt und sich nicht ausreichend durch äußere Umstände erklären lässt. Lebt eine Person permanent am Rande der Erschöpfung können eine Reihe von Krankheiten die Folge sein. Die ersten Symptome sind allgemein bekannt und relativ harmlos. Es handelt sich um Nervosität, Muskelspannung, Benommenheit, Schwindelgefühle, Zittern, Schwitzen und Magenschmerzen.

Nimmt die betroffene Person diese Warnsignale des Körpers jedoch nicht ernst, kann es zu schwerwiegenden und teilweise chronischen Krankheiten kommen.

Zu diesen zählen unter anderem:

•  Infektionskrankheiten und Krebs
•  Magen- und Darmerkrankungen
•  Herz- und Kreislauferkrankungen
•  Muskelerkrankungen

An dieser Stelle soll ein weiterer Aspekt beleuchtet werden. Dessen Ursache ist zwar im psychologischen Bereich angesiedelt, was wenigstens zum Teil bei den oben aufgeführten Krankheiten ebenfalls zutrifft, aber dennoch handelt es sich um eine Erkrankung. Dies ist der Grund weshalb er bei den physischen Auswirkungen aufgenommen wird. Es handelt sich um den Gebrauch von Suchtmitteln.

Die Konsequenzen einer Suchtmittelabhängigkeit sind so weitreichend, dass sie sich auf das gesamte Leben des Betroffenen auswirken.

Suchtmittel sind, wie bereits angesprochen, Fluchtwege. Sie verdrängen zumindest kurzfristig Gefühle der Hoffnungslosigkeit und sind damit scheinbare "Problemlöser". In der Arbeitswelt ist Alkohol der Spitzenreiter bei der Suchtproblematik. Die geschätzte Zahl der Alkoholkranken beträgt 2,5 Millionen gegenüber 800.000 Medikamentenabhängigen und ca. 100.000 Abhängigen illegaler Drogen.

Die physiologischen Auswirkungen sämtlicher Suchtmittel aufzuzählen würde zu weit führen. Darum soll der Alkoholkonsum als Beispiel verwendet werden, da er im Betrieb das größte Problem in dieser Richtung darstellt.

Der Übergang vom Genussmittel bis zur Abhängigkeit ist fliesend. Der Konsum von Alkohol ist ein sozial akzeptiertes Verhalten und spielt auch in der Arbeitswelt eine Rolle. Tatsächlich gibt es Trinkanlässe bei denen es sogar erwünscht ist, etwas zu trinken. Zu diesen gehören unter anderem Geschäftsabschlüsse, Jubiläen und Beförderungen. Solange der Süchtige nicht weiter auffällt, werden Rauschzustände für gewöhnlich von der Umgebung toleriert, denn auch Abhängigkeit gehört zu den Tabuthemen unserer Gesellschaft.

Wie sehen nun aber die körperlichen Folgen von Alkohol aus?

Nach dem Konsum größerer Mengen werden komplexe Denkprozesse, sowie Sprache und Wahrnehmung beeinträchtigt. Zudem können Koordinationsstörungen und Gedächtnisverlust auftreten. Einige Menschen werden dabei depressiv, andere gewalttätig. Bei gewohnheitsmäßigen Trinkern ist fast jedes Organ in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere die Leber wird angegriffen, aber auch Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und das Herz- Kreislaufsystem. Dazu schädigt Alkohol das Immun- und Nervensystem sowie die Körperzellen und verursacht Vitaminmangel. Nach lang anhaltendem Missbrauch kann es zu Denk- und Gedächtnisstörungen kommen, da bei jedem Rausch Gehirnzellen absterben. Außerdem gewöhnt sich der Körper an die Alkoholzufuhr und so kann ein plötzlicher Alkoholentzug Delirium Tremens verursachen. Das bedeutet eine Bewusstseinstrübung, Zittern und Halluzinationen treten auf. Auch besteht die Gefahr eines Kreislaufkollaps und Krampfanfällen.

Anhand dieses Beispiels wird deutlich, welch starke physische Folgen permanente Angst nach sich ziehen kann.

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Auswirkungen auf die Umwelt

Bisher wurde verdeutlicht wie sich Angst auf den Geist und den Körper des Menschen auswirkt. In welcher Form aber beeinflusst sie die Umwelt des Betroffenen? Was hat dieser Punkt überhaupt mit der Angst im job zu tun?

Angst kann man nicht am Ausgang des Unternehmens abgeben und am nächsten Morgen wieder abholen. Bei den psychischen Auswirkungen wurde bereits verdeutlicht, welche Folgen nicht bewältigbahre Ängste nach sich ziehen. Diese können die gesamte Persönlichkeit eines Menschen verändern. Jemand der unter Angst richtig leidet, ist nicht mehr fähig, positive Dinge zu sehen und sich über diese zu freuen. Dadurch sinkt die Lebensqualität im erheblichen Ausmaß, was auch Auswirkungen auf das Privatleben haben kann.

Die Abwehrmechanismen Angriff und Flucht, welche die Person einsetzt um sich gegen ihre Angst zu wehren, helfen unter Umständen nicht, das eigentliche Problem zu lösen und haben den unangenehmen Nebeneffekt, dass Beziehungen zum sozialen Umfeld negativ beeinflusst werden. Selbst gute Freunde verzweifeln häufig an der äußerst schwierigen Aufgabe, zu dem Betroffenen vorzudringen, da dieser entweder sehr aggressiv abwehrt oder sich in sich selbst, wie in ein Schneckenhaus, zurückzieht. Beinahe unmöglich gemacht wird diese Aufgabe dadurch, dass der Betroffene nicht sagt, was wirklich mit ihm los ist. Die Gründe dafür sind vielfältig, möglicherweise schämt sich die Person Angst zuzugeben, weil es ihm als Schwäche ausgelegt werden könnte oder es ist ihm selbst gar nicht richtig bewusst worin genau sein eigentliches Problem liegt.

Auch für die Familie ist es nicht einfach zusehen zu müssen wie sich die geliebte Person verändert, ohne helfen zu können. Kommen Suchtmittel noch ins Spiel, verschärft sich die Lage meist um ein Vielfaches. So ist Angst nicht selten der Auslöser von Scheidungen.

Langzeitarbeitslosigkeit wirkt sich nicht nur auf den Arbeitnehmer selbst, sondern auch auf dessen Angehörige aus. Die Sorge darum, was aus der Familie werden soll, falls man tatsächlich seinen Job verliert, verstärkt das eigentliche Problem und so steigt auch der Angstpegel weiter an. Wozu diese Angst führen kann, ist immer wieder in den Nachrichten zu hören. Es wird über Menschen gesprochen, die wutentbrannt ihre Computer aus den Fenstern werfen. Über solche Geschichten wird oft gelacht, obgleich viel Aggression in einer solchen Handlung zu finden ist. Letztendlich nicht mehr amüsant ist, wenn Menschen aus purer Verzweiflung Amok laufen, was immer häufiger vorkommt.

Mord und Selbstmord sind allerdings die schlimmsten Auswirkungen die Angst bewirken kann. Bei den meisten Menschen kommt es nicht so weit. Normal ist aber dennoch, dass sich die Person Sorgen darüber macht, wie sie finanziell auskommt ohne allzu sehr den gewohnten Lebensstandard aufgeben zu müssen, wenn sie Gefahr läuft ihre Arbeit zu verlieren. Insbesondere für Jugendliche ist es schwierig, wenn die Familie nicht mehr über das gewohnte Einkommen verfügt. Nachdem Jugendliche altersbedingt schon eine Menge an Veränderungen durchmachen, ist es für sie wichtig, in der Familie Stabilität zu finden. Das mangelnde Geld hat zur Folge, dass sich jedes Familienmitglied einschränken muss. Bei pubertierenden Jugendlichen ist Verständnis für diese besondere Situation meist nicht zu finden. Eventuell bedeutet ein Jobverlust auch, dass die Familie umziehen muss, möglicherweise nicht nur in eine andere Wohnung sondern auch an einen anderen Ort. Freunde und Bekannte und Verwandte verlassen zu müssen ist für jedes Familienmitglied schwer. Für Jugendliche stellt dies jedoch ein weit größeres Problem dar. Es ist für sie nicht leicht sich einen Freundeskreis aufzubauen und darin beliebt und anerkannt zu werden. Ebenso wie sich der Erwachsene im Betrieb davor fürchtet das Ansehen zu verlieren geht es dem Heranwachsenden in seinem Freundeskreis. Die Aussicht, durch einen Wegzug das alles zu verlieren, verunsichert die Jugendlichen sehr.

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(1) s. ZIMBARDO / GERRIG (1999) S. 613

(2) vgl. "Burnout" in www.dev.sozialnetz.de/li/bdz/wiz/ vom 20.12.2003

 
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